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Insolvenzverfahren über das Vermögen des Herrn Heinz Roth eröffnet

Mit Beschluss vom 06.03.2019 hat das Amtsgericht München das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Herrn Heinz Roth eröffnet (Amtsgericht München, Az. 1542 IN 3055/18). Gleichzeitig setzt das Gericht den Gläubigern auch hier wieder sehr kurze Fristen, um bestehende Ansprüche zur Insolvenztabelle anzumelden. Zum Insolvenzverwalter wurde Herr Rechtsanwalt Miguel Grosser, München, bestellt. Das Gericht hat in dem Beschluss angeordnet, dass Gläubiger ihre Forderungen bis zum 18.04.2019 schriftlich beim Insolvenzverwalter anmelden müssen. Der Termin für die Beschlussfassung der Gläubigerversammlung über besondere Beschlussgegenstände (wie z.B. die Betriebsveräußerung an Interessierte, die Betriebsveräußerung unter Wert, Ausarbeitung eines Insolvenzplanes) wurde auf Donnerstag, den 23.05.2019 gesetzt, der um 10.00 Uhr in der Reithalle München stattfinden wird. Der Termin zur Prüfung der angemeldeten Forderungen wurde bestimmt auf Donnerstag, den 06.06.2019, 10.00 Uhr im Amtsgericht München.

 

Darum geht es

Damit eine Forderung gegen Herrn Heinz Roth im Insolvenzverfahren berücksichtigt wird, muss sie ordnungsgemäß angemeldet werden. Die meisten Anleger kennen das von den Forderungsanmeldungen im vergangenen Jahr.

 

Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft München Anklage gegen Herrn Heinz Roth wegen des Vorwurfes des gewerbsmäßigen Betruges erhoben. Sollten sich diese Vorwürfe im Strafverfahren bestätigen, können daraus zivilrechtliche Ansprüche folgen. Auch unsere Kanzlei hatte bereits im September 2018 einen dinglichen Arrest gegen Herrn Heinz Roth wegen möglicher vertraglicher und auch deliktischer Ansprüche (als Ansprüche aus einer Straftat) beim LG München I erwirkt (Beschluss LG München I vom 14.09.2018, Az. 34 O 12901/18). Mithin sah es auch das LG München I als möglich an, dass Ansprüche bestehen können. Diese Ansprüche der Anleger gegen Herrn Roth bilden die Grundlage von Forderungen, die im Rahmen dieses Insolvenzverfahrens berücksichtigt werden müssen.

 

Forderungsanmeldungen sind nicht gleich

Die Berechnung der Forderungen im letzten Jahr ist anders, als die Berechnungen der Forderungen gegen Herrn Heinz Roth persönlich. Maßgeblich ist hier, dass der Anleger so gestellt wird, als hätte er den oder die Kaufverträge nicht abgeschlossen. Diese Berechnung beruht auf anderen Grundlagen. Daher ist es nicht möglich, die Beträge, die die Insolvenzverwalter den Anlegern im letzten Jahr vorgegeben haben auch in diesem Verfahren zu verwenden.

 

Keine automatische Aufforderung vom Insolvenzverwalter

Eine vorgefertigte Forderungsanmeldung bzw. ein Aufforderungsschreiben des Insolvenzverwalters wird es in diesem Verfahren nicht geben. Anleger, die also nicht von sich aus tätig werden, werden nicht in diesem Verfahren berücksichtigt.

 

Über Sinn und Unsinn der Forderungsanmeldung

Tatsache ist, dass die Insolvenzverwalter der P&R-Gesellschaftern vermutlich Forderungen von über 1 Milliarde EURO gegen Herrn Roth geltend machen werden. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass diese auch begründet sind. Sollten diese begründet sein, hätte das natürlich erhebliche Auswirkungen auf die Insolvenzquote. Anleger könnten dann möglicherweise nahezu leer ausgehen.

 

Tatsache ist aber auch, dass die Frage der rechtlichen und wirtschaftlichen Zuordnung des eigentlichen Wertes der P&R-Gruppe – die Schweizer P&R-Gesellschaften, die die Verwaltung der Container betreiben – strittig und nicht endgültig geklärt ist. Entweder sind sie dem Vermögen des Herrn Heinz Roth und damit diesem Insolvenzverfahren oder dem Vermögen der P&R-Gesellschaften und damit den dortigen Insolvenzverfahren zuzuordnen.

 

In der Zusammenfassung lässt sich also sagen, dass eine seriöse Beurteilung, wie hoch eine mögliche Quote und damit ein Vermögensrückfluss in diesem Verfahren sein könnte, nicht möglich ist. Wir sehen die Forderungsanmeldung in diesem Verfahren eher als flankierende Maßnahme im Gesamtvorgehen, um so wenigstens einen Teil seines Vermögens wieder zu erlangen.

 

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