FAQ / frequently asked questions

Insolvenz

Wie unterscheidet sich ein Insolvenzeröffnungsverfahren vom Insolvenzverfahren?

In der Praxis unterscheidet man im Wesentlichen zwei Phasen nachdem das Insolvenzgericht den Antrag auf Einleitung eines Insolvenzverfahrens geprüft hat:

  1. Phase: Nachdem ein Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahren gestellt worden ist, wird nicht sofort das Insolvenzverfahren eingeleitet, sondern zuerst geprüft, ob die Voraussetzungen für ein Insolvenzverfahren überhaupt vorliegen und ob genügend finanzielle Mittel vorhanden sind, um überhaupt die Kosten für das Insolvenzverfahren zu bestreiten. Diese Prüfungsphase wird in der Praxis allgemeinen Insolvenzeröffnungsverfahren genannt, wenngleich dieser Ausdruck im Gesetz nicht vorkommt. In diesem Prüfstadium wird ein so genannter „vorläufiger Insolvenzverwalter“ – auch Gutachter genannt – vom Gericht bestellt. Eine solche Prüfung dauert im Regelfall drei bis vier Monate; kann sich im Einzelfall auch über einen wesentlich längeren Zeitraum erstrecken.
  2. Phase: Wird nach erfolgter Prüfung festgestellt, dass die Voraussetzungen für die Durchführung eines Insolvenzverfahrens vorliegen, so beschließt das Insolvenzgericht, dass das Insolvenzverfahren eröffnet wird. Sobald dieser Beschluss vorliegt, spricht man regelmäßig vom Insolvenzverfahren. Der vorläufige Insolvenzverwalter wird meistens dann zum Insolvenzverwalter ernannt.

 

Wie erfahre ich von der Eröffnung des Insolvenzverfahrens?

Die Eröffnung wird vom Insolvenzrichter des zuständigen Insolvenzgerichts beschlossen und etwa einen Tag später im Internet unter insolvenzbekanntmachungen.de veröffentlicht. Wir werden – sobald uns diese Information bekannt ist – alle diejenigen, die unseren Newsletter abonniert haben, direkt in Kenntnis setzen.

Falls Sie (noch) nicht den Newsletter abonniert haben und den Newsletter künftig beziehen wollen, klicken Sie einfach HIER.

 

Kann ich als P&R-Anleger die Forderung selbst zur Insolvenztabelle vornehmen?

Das ist durchaus möglich. In manchen Insolvenzverfahren versendet der Insolvenzverwalter an die ihm bekannten Gläubiger einen Brief mit entsprechenden Formularen. Es gilt diese Vorgaben, die der Insolvenzverwalter seinerseits in die Formulare einträgt, sorgfältig zu kontrollieren. Bei den insgesamt fünf P&R-Unternehmen empfiehlt sich eine besonders gründliche Prüfung, da die Buchhaltung der P&R-Gesellschaften nach den aktuell vorliegenden Informationen nicht unbedingt sehr nachvollziehbar sein soll.

So ist Anleger grundsätzlich anzuraten, die Forderungen durch einen versierten Anwalt anzuvertrauen. Der sollte praktische Expertise auf dem Gebiet des Kapitalanlagerechts und im Umgang mit Insolvenzverwaltern haben. Ein weiterer Grund, weshalb die Anmeldung zur Insolvenztabelle durch einen erfahrenen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht erfolgen sollte, ist die Tatsache, dass es durchaus nahe liegt, dass strafbare Handlungen der Verantwortlichen vorliegen könnten. Wenn dieser Punkt richtig bei der Anmeldung berücksichtigt wird, optimiert das durchaus die Chancen.

Meistens bedeutet das, dass sich rechtlich Ihre Position verbessert. Das gilt natürlich besonders, wenn Ihnen z. B. kein Eigentum an den Containern zusteht. Dieses ist zugegebenermaßen für einen Laien im schwer zu beurteilen, da er die erforderlichen tatsächlichen und rechtlichen Hintergründe meistens nicht richtig einschätzen kann.

 

Wann kann eine Forderung zur Insolvenztabelle angemeldet werden?

Die Forderung kann dann zur Insolvenztabelle angemeldet werden, nachdem das Insolvenzverfahren durch das Gericht eröffnet worden ist. In dem gerichtlichen Eröffnungsbeschluss wird dazu das Gericht weitere Details bekannt geben; insbesondere einzuhaltenden Fristen.

Weitere Informationen zur Forderungsanmeldung finden Sie hier.

 

Bei welcher Stelle muss ich die Anmeldung der Forderung zur Insolvenztabelle vornehmen (lassen)?

Die Anmeldung zur Insolvenztabelle wird bei den beiden Insolvenzverwaltern der fünf P&R-Firmen vorgenommen. Dabei gilt es die vom Gericht festgesetzte Frist einzuhalten, denn bei verspätet eingereichten Forderungsanmeldungen kann eine zusätzliche Gebühr erhoben werden. Wir gehen auf Grund uns vorliegender Informationen davon aus, dass der Insolvenzverwalter von ihm zur Verfügung gestellte Formulare an die P&R-Gläubiger senden wird. Diese gilt es dann sorgfältig zu prüfen, denn es ist nicht unbedingt sichergestellt, dass die Unterlagen, die der Insolvenzverwaltung von den fünf P&R-Firmen zur Verfügung gestellt worden sind, die wahren Gegebenheiten wiederspiegeln.

Es empfiehlt sich, die Forderung recht zügig – möglichst durch einen Anwalt – bei der Insolvenzverwaltung anzumelden. Der Grund dafür liegt darin, dass für die Teilnahme an der Gläubigerversammlung der Nachweis der Forderung Voraussetzung ist. Meistens erfolgt die Gläubigerversammlung bereits zu einem Zeitpunkt, an dem der „Einsendeschluss“ für die Forderungsanmeldung noch nicht abgelaufen ist. Wer hier auf Nummer sicher gehen will, überlässt die Forderungsanmeldung einem Anwalt, der auch diese Fristen beachtet.

Der Insolvenzverwalter wird im Rahmen seiner Tätigkeit prüfen, ob die Forderung zu Recht erhoben wird und zu Unrecht oder formell unklar vorgetragene Ansprüche zurückweisen. Das zu beurteilen fällt natürlich vielen Anlegern schwer. Gerade weil vieles bei P&R undurchsichtig ist, ist es im eigenen Interesse jeden Anlegers, einen versierten Anwalt an seiner Seite zu haben.

 

Nimmt der Insolvenzverwalter für die Anmeldung der Forderung in die Insolvenztabelle eine Gebühr?

Nein, die Anmeldung der Forderung zur Insolvenztabelle erfolgt ohne Erhebung von Kosten durch den Insolvenzverwalter sofern die Forderung innerhalb der vom Gericht gesetzten Frist angemeldet wird. Bei „zu spät“ angemeldeten Forderungen wird regelmäßig eine Gebühr berechnet, die im Regelfall bei € 20,00 liegt.

 

Was ist eine Gläubigerversammlung – und kann ich daran teilnehmen?

Die Gläubigerversammlung wird oft als das Parlament der Forderungsinhaber (= Gläubiger) im Insolvenzverfahren bezeichnet. Wann der Termin der Gläubigerversammlung ist, werden wir in unserem Newsletter mitteilen.

In dieser Versammlung berichtet der Insolvenzverwalter über die Prüfung, die er im Rahmen des Insolvenzeröffnungsverfahrens durchgeführt hat. Dabei kommt zur Sprache, wie sich die Vermögensverhältnisse gestalten, was die vermeintlichen Gründe für die Insolvenz waren und wie sich das Insolvenzverfahren voraussichtlich weiter entwickeln wird. Unter anderem entscheiden die Gläubiger auch darüber, wer weiterhin Insolvenzverwalter werden wird, falls nicht der bislang vom Gericht eingesetzte Insolvenzverwalter von der Gläubigerversammlung bestätigt wird.

Nur derjenige hat Zutritt zu diesem gerichtlichen Termin, der eine Forderung gegen die insolvente Gesellschaft innehat. Jeder Gläubiger darf sich durch einen Rechtsbeistand vertreten lassen; nach unserer Ansicht, ist das regelmäßig empfehlenswert, da die meisten P&R-Anleger auf diesem Rechtsgebiet nicht die notwendige Erfahrung haben dürften.

Weitere Informationen zur Gläubigerversammlung finden Sie hier.

Kapitalanlageangebot Container

Welche Rolle spielt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bei der Prospektierung des Containerinvestments

  • Bei Direktinvestments bis 2016 in P&R-Container war die Gesetzeslage eindeutig: Die BaFin hatte keinerlei Aufsichts- und / oder Prüfpflichten in Bezug auf Emissionsprospekte.

 

  • Bei Containerinvestments ab 2017 ist zu unterscheiden:
    • Für die Containerkäufe bei der 5000-Prospektserie
    • Für Investments in Container bei der 6000-Prospektserie

 

Hafte ich für evtl. Schulden aus den Containerinvestments persönlich?

Hier ist die Rechtslage für die verschiedenen Containerchargen vollkommen unklar. Das liegt daran, weil in bei den meisten Fällen die Container bei P&R eigentumsmäßig nicht zugeordnet worden sind. Nach den Angaben, die die vorläufigen Insolvenzverwalter veröffentlicht haben, sollen für etwa 90 % der P&R-Anleger keine oder zumindest keine korrekten und nachvollziehbaren Eigentumsnachweise vorliegen. Dieses wiederum hätte für diejenigen, die davon betroffen sind, zur Folge, dass sie gegenüber Dritten für irgendwelche Kosten individuell nicht haften. Eine andere Frage ist, ob dann diese Kosten eine der fünf Insolvenzfälle zugeordnet werden und damit die „Anlegergemeinschaft“ indirekt durch eine verminderte Insolvenzquote treffen könnten.

Von wem kann ich als P&R-Anleger meinen Schaden ersetzt bekommen?

Wenn Sie von einem Anlageberater oder Vermittler beraten worden sind, können Ihnen Ansprüche auf Schadensersatz entstanden sein. Das bedeutet, dass Sie das Geld komplett zurück erhalten, ohne sich in die Reihe der Gläubiger im Insolvenzverfahren stellen zu müssen. Da die Voraussetzungen für ein solches Vorgehen individuell sind, lohnt sich ein Gespräch mit einem unsere Anwälte. Es ist kostenfrei und bringt Ihnen Klarheit.

Für eine Gesprächsvereinbarung klicken sie bitte hier.

 

P&R Unternehmen

Welche P&R-Gesellschaften haben einen Insolvenzantrag gestellt?

Rechtsanwalt Dr. Michael Jaffé ist als vorläufiger Insolvenzverwalter für die Unternehmen bestellt worden:

  • P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH, Grünwald, (Amtsgericht München – Insolvenzgericht – Az.: 1542 IN 726/18)
  • P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH, Grünwald (Amtsgericht München – Insolvenzgericht – Az.: 1542 IN 728/18)
  • P&R Transport-Container GmbH, Grünwald (Amtsgericht München – Insolvenzgericht – Az.: 1542 IN 1127/18)

Rechtsanwalt Dr. Philip Heinke ist als vorläufiger Insolvenzverwalter für die folgenden Unternehmen bestellt worden:

  • P&R Container Leasing GmbH, Grünwald (Amtsgericht München – Insolvenzgericht – Az.: 1542 IN 727/18)
  • P&R AG, Grünwald (Amtsgericht München – Insolvenzgericht – Az.: 1542 IN 1128/18)

LINK:

Informationen zu den ersten Insolvenzen im P&R-Firmengeflecht finden Sie hier.

Informationen zu der zweiten Insolvenzwelle finden Sie hier.

 

Wenn mir mein Anlageberater / Vermittler einen Anwalt empfiehlt, soll ich mich an diese Empfehlung halten?

Wir raten Ihnen als P&R-Anleger sich vor Augen zu führen, dass die Interessen, die Ihr Anlageberater / Vermittler hat, mit den Ihrigen als P&R-Anleger diametral gegenüber stehen. Da ist es nicht günstig, wenn ein Anwalt durch in Zwiespalt kommt, weil er durch den Kontakt mit dem Vertrieb sich nicht 100 % für Sie als Anleger einsetzt.

Mit anderen Worten: Weil Ihr Anlageberater / Vermittler Ihnen mglw. zum Ersatz des insolvent gewordenen Containerinvestments verpflichtet ist, liegt es nahe, dass er Ihnen einen Anwalt empfiehlt, der ihn selbst ungeschoren davon kommen lässt. Solche Praktiken sind zwar ungesetzlich, kommen jedoch im Einzelfall vor. Uns sind auch schon – für unseren Geschmack recht unheilvolle – Verbindungen, in die auch andere Vertriebsagenturen eine Rolle spielen. Somit kann nicht ausgeschlossen werden, dass eine derartige Empfehlung dazu dienen kann, nicht nur Ihre Rechte zu verkürzen, sondern zusätzlich Ihnen noch Werbung und Verkauf eines anderen Kapitalinvestments schmackhaft zu machen.  So solches Vorgehen nennt man Interessenwiderstreit; er führt dazu, dass Sie – ob Sie es wissen oder nicht – auf einen Teil Ihrer Rechte grundlos verzichten.

Wählen Sie in jedem Fall einen Anwalt, der nur auf Ihrer Seite steht und Ihnen versichert, dass er sich nicht von Vertriebsmitarbeitern beauftragen lässt.

Strafverfahren

Ist ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren eingeleitet worden?

Es wurden nach Mitteilung der Staatsanwaltschaft strafrechtliche Ermittlungen aufgenommen und dazu eine Arbeitsgruppe „Container“ gebildet.

Dabei hat die Staatsanwaltschaft zu untersuchen, ob z. B. Betrug, Verletzung der Buchführungspflichten oder Untreue vorliegen könnte.

Anknüpfungspunkte für die Aufnahme eines Ermittlungsverfahrens könnten darin liegen, dass dem größten Teil der P&R-Anleger keine Eigentumszertifikate übergeben worden sind und somit nicht mit der – aus unserer Sicht – erforderlichen Klarheit wirklich Eigentum an den Containern verschafft worden ist.

Weitere Information zu den Eigentumszertifikaten finden Sie hier.

Rechtlicher Hinweis / Haftungsausschluss

Bitte beachten Sie, dass die FAQ nicht jeden Fall individuell mit rechtlicher Verbindlichkeit beantworten können. Diese Glossar an Fragen kann als kostenfreier Service Ihnen allerdings eine erste Orientierung sein. Eine Gewähr für Aktualität, Vollständigkeit bis in alle rechtlichen und tatsächlichen Facetten kann deshalb nicht übernommen werden. Eine Rechtsberatung erfolgt dadurch ausdrücklich nicht; wir empfehlen deshalb bei Zweifelsfragen, sich rechtlichen Rat einzuholen, der auch die Einhaltung von Fristen beachtet.